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Katio TechBlog

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Copilot an eigene Programme anbinden: Was seit Oktober 2026 neu ist

Welche Wege es gibt, was das Admin Center für eine eigene Verbindung verlangt, welche Lizenz nötig ist und wann Copilot vor einer Änderung nachfragt.

Paul-Harald Katio8 Min. Lesezeit

Ein Kunde fragt per Mail, wo sein Auftrag bleibt. Copilot kennt die Mails, Termine und Dateien des Unternehmens, aber nicht die offenen Aufträge in der Warenwirtschaft oder den Stand eines Tickets. Seit dem 27. Oktober 2026 lässt sich das ändern: Admins können im Microsoft 365 Admin Center eigene Verbindungen anlegen, über die Copilot live in anderen Programmen nachfragt, mit den Rechten der jeweiligen Person. Fertige Verbindungen sind dort schon seit dem Sommer allgemein verfügbar, heute etwa für HubSpot, Asana oder DATEV.

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Die kurze Antwort

  • Für viele bekannte Programme gibt es fertige Verbindungen in der Connector-Galerie des Admin Centers. Seit dem 27. Oktober 2026 lassen sich dort auch eigene anlegen, wenn das Programm einen MCP-Server hat.
  • Hat es keinen, braucht es einen eigenen MCP-Server, der zwischen Copilot und der Schnittstelle des Programms vermittelt.
  • Die Verbindungen laufen über MCP: Copilot fragt live im Programm nach, die Daten bleiben dort und werden nicht in Microsoft 365 kopiert. Microsoft nennt sie föderierte Connectors.
  • Copilot sieht nur, was die angemeldete Person im Programm sehen darf. Bevor es dort etwas ändert, fragt es nach.
  • Jede Person, die eine solche Verbindung nutzt, braucht eine Lizenz für Microsoft 365 Copilot. Copilot Chat ohne diese Lizenz reicht nicht.

Copilot fragt per MCP live nach und kopiert nichts

MCP, das Model Context Protocol, ist ein offener Standard, über den KI-Assistenten bei anderen Programmen nachfragen. Auf der Seite des Programms sitzt ein MCP-Server. Er beantwortet die Fragen und legt fest, welche Werkzeuge es gibt, etwa „Kunden suchen“, „Auftrag abrufen“ oder „Ticket kommentieren“. Copilot wählt bei jeder Frage selbst, welches Werkzeug passt, für einen offenen Auftrag also „Auftrag abrufen“.

Föderiert heißt bei Microsoft: Der Connector fragt bei jeder Anfrage live nach und speichert nichts. Das passt für Daten, die sich ständig ändern, wie Lagerbestände oder Ticketstatus, und für Daten, die im Ursprungssystem bleiben sollen. Die älteren, synchronisierten Connectors kopieren Inhalte dagegen in den Suchindex von Microsoft 365.

Eigene Verbindungen lassen sich seit dem 27. Oktober für jeden MCP-Server mit einer erreichbaren Adresse anlegen und für das ganze Unternehmen freigeben. Fertige wie eigene Verbindungen funktionieren im Chat von Copilot, in Agenten, in Cowork, in Copilot in Word, Excel, PowerPoint und Outlook und im Researcher, dort allerdings nur lesend.

Welcher Weg passt? Drei Fragen

Am besten für jedes wichtige Programm einzeln durchgehen.

Prüfschema · Frage 1 von 3

Haben alle, die Daten aus dem Programm in Copilot nutzen sollen, eine Lizenz für Microsoft 365 Copilot?

Die neuen Verbindungen laufen nur mit der kostenpflichtigen Copilot-Lizenz, nicht mit dem kostenlosen Copilot Chat, einer reinen Copilot-Studio-Lizenz oder der Abrechnung nach Verbrauch. Die App heißt inzwischen Microsoft Copilot, die Lizenz weiter Microsoft 365 Copilot.

Prüfschema · Frage 2 von 3

Steht das Programm schon in der Connector-Galerie von Microsoft?

Die Galerie liegt im Microsoft 365 Admin Center unter Copilot › Connectors. Dort stehen fertige Verbindungen von Microsoft und von Herstellern, etwa für HubSpot, Asana, monday.com, Notion oder DATEV (über Klardaten).

Prüfschema · Frage 3 von 3

Was bietet der Hersteller des Programms an?

Ein MCP-Server ist ein Zugang, der für KI-Assistenten gemacht ist. Eine Programmierschnittstelle (API) ist ein Zugang für andere Programme, etwa für den Abgleich mit der Buchhaltung. Was es gibt, steht meist in der Dokumentation, sonst weiß es der Hersteller.

Erst in der Galerie nachsehen

Die Galerie liegt im Admin Center unter Copilot › Connectors. Microsoft führt dort derzeit knapp 180 fertige föderierte Connectors, darunter HubSpot, Asana, monday.com, Notion, Airtable, Box, Xero und Zoho Books. Aus dem deutschsprachigen Raum sind etwa awork, DeepL und ein DATEV-Connector der Klardaten GmbH dabei. Er bindet DATEV-Daten über die Schnittstelle DATEVconnect an und richtet sich vor allem an Steuerkanzleien.

Die Verbindungen stammen von Microsoft oder von Herstellern, deren Einreichung Microsoft geprüft hat. Welche davon die Mitarbeiter nutzen dürfen, regelt eine Einstellung unter Agents › Settings › Agent and plugin access, so heißen die Menüs im englischen Admin Center. Sie unterscheidet drei Gruppen: von Microsoft, vom eigenen Unternehmen und von externen Anbietern.

Die Freigabe einer Gruppe gilt auch für die Zukunft: Verbindungen, die später neu dazukommen, stehen dann automatisch allen zur Verfügung. Bei externen Anbietern würde ich die Gruppe deshalb auslassen und jede gewünschte Verbindung einzeln prüfen und freischalten. Wer überhaupt Agenten und Verbindungen nutzen darf, regelt daneben die Einstellung „User access“; sie steht ab Werk auf „All users“.

Beim Prüfen zählt auch der Datenschutz: Was die Verbindung eines externen Anbieters verarbeitet, fällt laut Microsoft nicht unter die Verträge mit Microsoft. Es gelten die Bedingungen des Anbieters, und die sollte jemand vor der Freigabe lesen.

Eigene Verbindung: Was das Admin Center verlangt

Hat der Hersteller einen MCP-Server, aber keinen Eintrag in der Galerie, lässt sich die Verbindung selbst anlegen. Dafür braucht es:

  • die Adresse des MCP-Servers (HTTPS), über die Copilot ihn erreicht,
  • die Admin-Rolle „Global Administrator“ oder „AI Administrator“ und für die Anmeldung über Microsoft Entra eine passende Entra-Rolle,
  • einen Zugang zum Teams Developer Portal, in dem die Anmeldung registriert wird,
  • Name des Anbieters sowie Links zu Dokumentation, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen des Servers.

Für die Anmeldung gibt es drei Varianten. Mit Microsoft Entra melden sich die Mitarbeiter mit ihrem Microsoft-365-Konto an; das setzt voraus, dass der MCP-Server oder die Schnittstelle dahinter Entra für die Anmeldung nutzt. Mit OAuth 2.0 melden sie sich bei einem anderen Anbieter an, etwa beim Konto des Programms. Die dritte Variante kommt ganz ohne Anmeldung aus. Dann fragt Copilot für alle mit demselben Zugang, und die Rechte der einzelnen Person spielen keine Rolle mehr. Für Firmendaten taugt das kaum.

Angelegt wird die Verbindung unter Copilot › Connectors › Gallery mit der Kachel „Create a new connector“ und der Option „Connect to MCP server“: Anzeigename, Adresse und die Registrierungsnummer aus dem Developer Portal eintragen, speichern. Danach lässt sie sich zuerst für eine Testgruppe freischalten und später für alle; Änderungen brauchen bis zu zehn Minuten. Jede Person verbindet sich anschließend in Copilot unter Einstellungen › Quellen mit dem eigenen Zugang. Taucht die Verbindung bei jemandem nicht auf, nennt Microsoft der Reihe nach diese Ursachen: Die Gruppe ist nicht freigegeben, die Verbindung ist aus, die Person fehlt unter „User access“ oder in der Testgruppe, sie hat keine Copilot-Lizenz, die Änderung ist noch nicht durch, oder sie hat sich unter Quellen noch nicht angemeldet.

Hat das Programm keinen MCP-Server, braucht es einen eigenen

Häufig hat ein Fachprogramm keinen MCP-Server, aber eine Programmierschnittstelle (API), über die es heute schon Daten mit anderen Programmen austauscht. Ein eigener MCP-Server übersetzt dann zwischen Copilot und dieser Schnittstelle. Er legt auch fest, was Copilot überhaupt tun kann, etwa offene Aufträge und Lieferzeiten lesen, aber keine Preise ändern. Ich würde mit wenigen, klar beschriebenen Werkzeugen anfangen, zuerst nur mit lesenden.

Copilot ruft den Server aus der Microsoft-Cloud auf, seine HTTPS-Adresse muss also aus dem Internet erreichbar sein. Läuft das Programm im eigenen Haus, steht der MCP-Server dort, wo er das Programm erreicht, und gibt nach außen nur die festgelegten Werkzeuge frei. Damit Copilot mit den Rechten der jeweiligen Person arbeitet, muss der Server die Anmeldung an das Programm weiterreichen oder die Rechte selbst prüfen. Fehlt auch die Schnittstelle, bleiben nur ein lesender Zugriff auf die Datenbank oder regelmäßige Exporte; ob das erlaubt ist, weiß der Hersteller.

Weil MCP ein offener Standard ist, funktioniert derselbe Server auch mit Agenten aus Copilot Studio und mit anderen Assistenten wie ChatGPT oder Claude. Die Seite Programme anbinden zeigt, wie Katio Tech solche Server baut und betreibt.

Wie das für DATEV aussieht, zeigt der Artikel DATEV mit Copilot, ChatGPT oder Claude verbinden; 3CX bringt den Server mit Update 10 selbst mit (3CX MCP-Server einrichten).

Lesen läuft sofort, Ändern nur mit Bestätigung

Lesende Werkzeuge nutzt Copilot ohne Rückfrage. Werkzeuge, die etwas anlegen, ändern oder löschen, brauchen die Zustimmung der Person. Soll Copilot etwa ein Ticket kommentieren, zeigt es vorher eine Karte mit den Angaben, die es an das Programm schicken will, und bis zur Antwort geht nichts hinaus. Zur Wahl stehen „Allow once“, „Allow for conversation“, „Always allow“ und „Cancel“. Die Freigabe gilt immer für ein einzelnes Werkzeug, nicht für die ganze Verbindung. Ändert der Anbieter ein Werkzeug oder kommt ein neues dazu, fragt Copilot wieder nach.

Im Admin Center ist die Freigabe gröber: Mit einer Verbindung sind auch ihre schreibenden Werkzeuge freigegeben, einen eigenen Schalter dafür gibt es nicht. Welche Werkzeuge eine Verbindung mitbringt, zeigt bisher nur Copilot selbst unter Einstellungen › Quellen; eine Übersicht im Admin Center hat Microsoft erst angekündigt. Wer eine Verbindung nur zum Lesen will, ist deshalb mit einem MCP-Server am sichersten, der gar keine schreibenden Werkzeuge anbietet. Bei einem eigenen Server lässt sich genau das festlegen. Was über die Verbindungen passiert, können Admins in Microsoft Purview nachvollziehen.

Jede Person braucht eine Copilot-Lizenz

Föderierte Connectors laufen nur mit einer Lizenz für Microsoft 365 Copilot, und zwar für jede Person, die sie nutzt. Laut Microsoft gilt:

Lizenz Föderierte Connectors
Microsoft 365 mit Microsoft 365 Copilot ja
Microsoft 365 E7 ja
Microsoft 365 mit Copilot-Studio-Lizenz nein
Microsoft 365 Copilot nach Verbrauch (pay-as-you-go) nein

Die App heißt seit August nur noch Microsoft Copilot, die Lizenz weiter Microsoft 365 Copilot. Ab dem 1. Dezember 2026 verkauft Microsoft die Lizenz auch ohne Microsoft-365-Grundabo, zum selben Preis. An den Funktionen ändert das laut Microsoft nichts.

Ohne Copilot-Lizenz für alle bleibt der Weg über Copilot Studio. Dort lässt sich ein MCP-Server als Werkzeug in einen eigenen Agenten einbinden, den die Mitarbeiter etwa in Teams nutzen. Abgerechnet wird dann nach Verbrauch in Copilot Credits; für Personen mit Copilot-Lizenz fällt dabei nichts zusätzlich an.

Was jetzt zu tun ist

  • In der Galerie nachsehen, ob die wichtigsten Programme schon dabei sind.
  • Unter Agents › Settings › Agent and plugin access festlegen, ob Verbindungen externer Anbieter automatisch für alle freigegeben werden.
  • Für Programme ohne Eintrag beim Hersteller fragen, ob es einen MCP-Server oder eine Schnittstelle gibt.
  • Mit einer Testgruppe und nur lesenden Werkzeugen beginnen.
  • Prüfen, wer eine Copilot-Lizenz hat, und für alle anderen den Weg über Copilot Studio rechnen.

Fragt dann der nächste Kunde, wo sein Auftrag bleibt, kennt Copilot neben der Mail auch den Auftrag, und die Antwort entsteht in einem Schritt.

Quellen11

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