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Katio TechBlog

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DATEV mit Copilot, ChatGPT oder Claude verbinden: Diese Wege gibt es

Für wen welcher Weg gedacht ist, wie aktuell die Zahlen sind und wann sich ein eigener MCP-Server lohnt.

Paul-Harald Katio9 Min. Lesezeit

Die Geschäftsführung fragt, ob die KI nicht auswerten könnte, wie sich die Reisekosten seit Jahresbeginn entwickelt haben. Copilot kennt die Mails und Dateien des Unternehmens, aber die Zahlen liegen in DATEV, bei der Steuerkanzlei. Ob die KI dort herankommt, hängt weniger vom Assistenten ab als davon, wo die DATEV-Daten liegen und wer sie freigibt. Einen eigenen Anschluss für Copilot, ChatGPT oder Claude hat DATEV bis heute nicht veröffentlicht. Es gibt aber Wege, die funktionieren, und seit April 2026 einen neuen für Unternehmen.

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Die kurze Antwort

  • Einen fertigen Anschluss von DATEV für Copilot, ChatGPT oder Claude gibt es nicht. DATEV hat keine Schnittstelle für fremde KI-Assistenten veröffentlicht, auch keinen MCP-Server, also den Baustein, über den solche Assistenten bei anderen Programmen nachfragen. Der hauseigene DATEV Copilot ist ein Assistent für Kanzleien und arbeitet nur innerhalb von DATEV.
  • Unternehmen, deren Buchhaltung die Kanzlei macht, kommen seit April 2026 über den Datenservice Export Rechnungswesen an ihre Buchungen. Einrichten muss ihn die Kanzlei. Die Zahlen haben den Stand der letzten Archivierung, offene Posten fehlen noch.
  • Kanzleien kommen am schnellsten über einen Gateway-Anbieter wie Klardaten an ihre DATEV-Daten. Dessen MCP-Server liest über 100 Datenbereiche und lässt sich mit Copilot, ChatGPT und Claude verbinden.
  • Wer DATEV-Programme selbst betreibt, kann über die Schnittstelle DATEVconnect einen eigenen MCP-Server anschließen, lesend und schreibend.

DATEV Copilot ist nicht Microsoft Copilot

Wer nach „Copilot DATEV“ sucht, landet schnell beim DATEV Copilot. Ihn gibt es seit Mai 2026 in MyDATEV, laut DATEV ist er „der zentrale KI-Assistent für Kanzleien“. Er schreibt und übersetzt Texte, fasst hochgeladene Dokumente bis 1.000 Seiten zusammen und recherchiert im Internet, in Fachdatenbanken und in der DATEV-Hilfe. Die Grundlizenz kostet nichts, die Fachrecherche und die Funktionen in MyDATEV Kanzlei brauchen eigene Lizenzen. Verarbeitet wird nach Angabe von DATEV in der DATEV-Cloud.

Für Texte und Recherche ist er nützlich, bei den Reisekosten hilft er nicht. Strukturierte Daten wie BWA, Tabellen oder andere Auswertungen kann er laut DATEV derzeit nicht analysieren, und eine Verbindung zu Microsoft 365 Copilot, ChatGPT oder Claude beschreibt DATEV weder beim DATEV Copilot noch bei den angekündigten Produkten.

Wo die Buchhaltung liegt, bestimmt den Weg

  • Bei der Kanzlei: Sie bucht in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen, das Unternehmen sieht Belege und Auswertungen in DATEV Unternehmen online. An die Programme der Kanzlei kommt das Unternehmen nicht heran, nur an das, was die Kanzlei im Rechenzentrum von DATEV bereitstellt.
  • Im Unternehmen selbst: Manche Betriebe buchen mit eigenen DATEV-Programmen, im eigenen Netz oder in der Cloud von DATEV (DATEVasp, DATEV-SmartIT).
  • In der Kanzlei, für die Kanzlei: Dann geht es um die Daten aller Mandanten und um die Arbeit der Kanzlei selbst.

Das liegt an zwei Arten von Schnittstellen. Die Online-Schnittstellen laufen über das Rechenzentrum von DATEV und erreichen Daten, die dort liegen. DATEVconnect ist die Schnittstelle der installierten DATEV-Programme und laut DATEV nicht über das Internet erreichbar, nur im lokalen Netz. Copilot, ChatGPT und Claude kommen dort nicht von selbst heran.

Fünf Wege im Vergleich: Drei verbinden die KI mit DATEV

Weg Für wen Was die KI bekommt Wie aktuell Was es braucht
DATEV Copilot Kanzleien Texte und hochgeladene Dokumente, keine Tabellen oder BWA – kostenfreie Grundlizenz, MyDATEV
Datenservice Export Rechnungswesen Unternehmen und Kanzleien Buchungen, Konten, Summen und Salden, nur lesend Stand der letzten Archivierung Software mit freigegebener Schnittstelle, Einrichtung über die Kanzlei
Gateway mit MCP-Server, etwa Klardaten Kanzleien über 100 Datenbereiche lesend, Schreiben nur einzeln freigegeben live DATEVconnect, Gateway, 85 € je Kanzlei und 10 € je Nutzer im Monat
DATEVconnect mit eigenem MCP-Server wer DATEV-Programme selbst betreibt was die Rechte des DATEV-Benutzers erlauben live DATEVconnect-Lizenz, eigener Server im Netz
Export hochladen alle eine Kopie, etwa die BWA als PDF Stand des Exports Tarif mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung

Die Gateway-Preise gelten bei jährlicher Abrechnung (Klardaten, Stand Oktober 2026). Der erste und der letzte Weg sind keine Verbindung: Der DATEV Copilot bleibt in DATEV, und wer die BWA einmal im Quartal hochlädt, bekommt eine Antwort auf genau diese Zahlen, nicht mehr.

Für Unternehmen: Die Kanzlei richtet den Datenservice ein

Am 29. April 2026 hat DATEV den Datenservice Export Rechnungswesen freigegeben. Laut DATEV lassen sich damit erstmals Buchhaltungsdaten direkt abrufen und in anderer Software weiterverarbeiten. Bereitgestellt werden unter anderem Kontobuchungen, die Daten der Wirtschaftsjahre, Kontenrahmen, Angaben zu Buchungsstapeln, Zahlungsbedingungen und die Summen- und Saldenliste. Technisch heißt die Schnittstelle accounting:dataexchange.

Zwei Einschränkungen entscheiden, ob das reicht:

  • Die Daten stammen aus der letzten Archivierung im Rechnungswesen-Archiv von DATEV. Wie aktuell sie sind, hängt davon ab, wie oft die Kanzlei archiviert. DATEV verlangt das spätestens zum Jahreswechsel, manche Kanzleien archivieren monatlich mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung. Dann genügt es für die Reisekosten seit Jahresbeginn, für die Belege von gestern nicht.
  • Offene Posten fehlen. DATEV pilotiert sie seit dem dritten Quartal 2026, die Freigabe ist für das erste Quartal 2027 geplant. Bis dahin kann ein Assistent auf diesem Weg nicht beantworten, ob eine bestimmte Rechnung bezahlt ist.

Einrichten muss den Datenservice die Kanzlei, für ihre Mandanten über die MyDATEV Mandantenregistrierung. Betriebe, die selbst mit DATEV buchen, bestellen ihn auf demselben Weg. Die Software, die die Daten abruft, braucht eine von DATEV freigegebene Schnittstelle. Die laufenden Kosten stehen in der Preisliste von DATEV und fallen laut DATEV meist beim Anwender an, also bei Kanzlei oder Mandant.

Eine Anbindung, die ohne konkreten Anlass rund um die Uhr Daten abruft, lässt DATEV nach seinen Vorgaben für Schnittstellen grundsätzlich nicht zu. Ein MCP-Server passt dazu, denn er fragt erst, wenn jemand etwas wissen will.

Die älteren Datenservices arbeiten in der Gegenrichtung und bringen Belege, Buchungen und Rechnungen aus anderen Programmen nach DATEV, E-Rechnungen seit April 2026 auch über eine Schnittstelle zur DATEV E-Rechnungsplattform. Was ab Januar 2027 gilt, steht im Artikel zur E-Rechnungspflicht.

Ein eigener Anschluss an das Rechenzentrum lohnt sich selten

Wer den Datenservice selbst anbinden will, durchläuft denselben Weg wie ein Softwarehaus: Organisation im DATEV Developer Portal anlegen, App registrieren, in der Testumgebung entwickeln, dann mindestens zwei Abnahmetermine per Videokonferenz, erst für die Testumgebung, dann für den Echtbetrieb. Für die Abnahme sind keine echten Mandanten oder Daten erlaubt, nötig ist ein DATEV-Testsystem. Allein das Onboarding kostet einmalig 1.500 € zuzüglich Umsatzsteuer, mit vier Stunden Beratung; jede weitere Stunde 210 €. Einen vereinfachten Weg für die eigene, nicht gewerbliche Nutzung gibt es laut DATEV nicht.

Für ein einzelnes Unternehmen ist eine Software, die die Schnittstelle schon hat, der kürzere Weg. Im DATEV-Marktplatz stehen im Oktober 2026 mehr als zehn solche Programme, etwa Helu für GuV, Dashboards und Kennzahlen. Ob ein Programm die Zahlen auch an einen KI-Assistenten weitergibt, muss man dort erfragen. Baut doch ein Dienstleister die Anbindung, empfiehlt DATEV, dass das beauftragende Unternehmen die Organisation im Developer Portal selbst anlegt und Eigentümer bleibt. Die Mitarbeiter des Dienstleisters werden dort nur eingeladen.

Auch frei verfügbare MCP-Server für DATEV auf GitHub sind keine Abkürzung. Einer der neueren hängt laut Statusmeldung vom 22. Oktober 2026 an der Testumgebung, für echte Daten braucht er dieselbe Prüfung durch DATEV wie jede andere Software.

Für Kanzleien: Ein Gateway macht DATEVconnect erreichbar

DATEVconnect ist von außen nicht erreichbar, und diese Lücke schließen Gateway-Anbieter. Bei Klardaten läuft ein Gateway in der DATEV-Umgebung der Kanzlei, eingerichtet vom IT-Partner oder bei DATEVasp von DATEV. Es stellt DATEVconnect als gehostete Schnittstelle bereit, und darauf setzt der MCP-Server von Klardaten auf.

MCP, das Model Context Protocol, ist ein offener Standard. Der MCP-Server legt fest, welche Werkzeuge der Assistent bekommt, zum Beispiel eines, das Buchungen sucht, und eines, das ein Dokument abruft.

Nach Angaben von Klardaten liest der Server über 100 Datenbereiche aus Rechnungswesen, Dokumentenmanagement, Stammdaten, Auftragsverwaltung und Lohn. Er kann auch schreiben: Mandanten und Adressen anlegen, Dokumente hochladen und Buchungsstapel anlegen, die noch nicht festgeschrieben sind. Jedes Schreibrecht wird beim Verbinden einzeln erteilt, und es gelten die Rechte des verbundenen DATEV-Profils. Angemeldet wird per OAuth, Schreibvorgänge stehen im Protokoll.

Microsoft führt den „Klardaten DATEV-Connector“ in der Connector-Galerie von Microsoft 365 Copilot. Dort braucht jede Person, die ihn nutzt, eine Lizenz für Microsoft 365 Copilot; wie das Anbinden im Admin Center funktioniert, steht im Artikel über Copilot und eigene Programme. Außerdem lässt sich der Server laut Klardaten mit ChatGPT, Claude, Copilot Studio, Langdock und n8n nutzen.

DATEV im eigenen Netz: ein eigener MCP-Server über DATEVconnect

Die Lizenz für DATEVconnect steht im DATEV-Shop mit 0,00 € im Monat (Art.-Nr. 95280). Sie gilt unter anderem für Kanzlei-Rechnungswesen, DATEV Mittelstand Faktura mit Rechnungswesen, Lohn und Gehalt und die Dokumentenablage. Im Rechnungswesen lassen sich damit Stamm- und Bewegungsdaten austauschen und Auswertungen lesen. Ein Programm, das DATEVconnect nutzt, meldet sich mit einem Windows-Benutzer an, der einem DATEV-Benutzer zugeordnet ist, und hat genau dessen Rechte.

Ein eigener MCP-Server sitzt im selben Netz und gibt dem Assistenten nur die Werkzeuge, die er haben soll. Damit Copilot, ChatGPT oder Claude ihn erreichen, muss er von außen erreichbar und abgesichert sein; DATEVconnect selbst bleibt im lokalen Netz. Läuft DATEV in der Cloud von DATEV, muss der Teil, der mit DATEVconnect spricht, dort installiert werden. Für DATEV-SmartIT verlangt DATEV dafür das Zusatzmodul Anbindung Drittanbieter.

Den Aufwand trägt hier niemand anderes: Server betreiben, Updates einspielen, Zugriffe protokollieren. Dafür entscheidet das Unternehmen selbst, was der Assistent darf.

Datenschutz: Ohne Vertrag zur Auftragsverarbeitung geht es nicht

Buchhaltungsdaten enthalten Namen von Kunden, Lieferanten und Beschäftigten. Sobald ein KI-Anbieter sie verarbeitet, braucht das Unternehmen mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, ebenso mit einem Gateway-Anbieter dazwischen. Den gibt es nur in Tarifen, für die der Anbieter ihn anbietet; das vor dem ersten Hochladen oder Verbinden prüfen.

Bei Kanzleien kommt die Verschwiegenheit dazu. § 62a StBerG erlaubt Steuerberatern, Dienstleistern Zugang zu Mandantendaten zu geben, aber nur so weit, wie es für die Leistung nötig ist. Dafür braucht es einen Vertrag in Textform, der zur Verschwiegenheit verpflichtet und auf die Strafbarkeit eines Verstoßes hinweist. Sitzt der Dienstleister im Ausland, muss der Schutz von Geheimnissen dort vergleichbar sein. Bei einem Gateway gehen die gefundenen Daten über den Gateway-Anbieter an den KI-Assistenten, und was dort damit geschieht, regeln laut Klardaten die Bedingungen des KI-Anbieters. Beide gehören deshalb in die Prüfung.

Welcher Weg passt

Höchstens vier Fragen führen zum passenden Weg, die Begründung steht darunter.

Prüfschema · Frage 1 von 6

Soll der Assistent immer wieder Fragen zu den DATEV-Zahlen beantworten?

Für eine einzelne Auswertung reicht oft ein Export, etwa die BWA als PDF. Eine Verbindung lohnt sich, wenn das Team laufend fragen will.

Prüfschema · Frage 2 von 6

Wer bucht in DATEV?

Davon hängt die Schnittstelle ab: die Online-Schnittstellen über das Rechenzentrum von DATEV oder DATEVconnect, das nur im lokalen Netz erreichbar ist.

Prüfschema · Frage 3 von 6

Soll der Assistent DATEV zusammen mit anderen Programmen befragen?

Etwa Umsätze aus DATEV neben Aufträgen aus der Warenwirtschaft oder Kunden aus dem CRM. Dann braucht es einen eigenen MCP-Server, der beides zusammenführt.

Prüfschema · Frage 4 von 6

Was soll der Assistent beantworten?

Der Datenservice von DATEV liefert Buchungen, Konten und Salden im Stand der letzten Archivierung. Offene Posten sind erst für das erste Quartal 2027 geplant.

Prüfschema · Frage 5 von 6

Soll der Assistent DATEV zusammen mit anderen Programmen befragen?

Etwa Umsätze aus DATEV neben Aufträgen aus der Warenwirtschaft oder Kunden aus dem CRM. Dann braucht es einen eigenen MCP-Server, der beides zusammenführt.

Prüfschema · Frage 6 von 6

Wo laufen die DATEV-Programme?

DATEVconnect ist nur im lokalen Netz erreichbar. Läuft DATEV in der Cloud von DATEV, muss der Teil, der mit DATEVconnect spricht, dort installiert werden.

Liegt die Buchhaltung bei der Kanzlei und geht es um Monats- und Jahreszahlen, würde ich mit der Kanzlei über den Datenservice Export Rechnungswesen sprechen und eine Software nutzen, die die Schnittstelle schon hat. Fragen nach Zahlungseingängen bleiben außen vor, bis die offenen Posten freigegeben sind.

Will eine Kanzlei Mandantendaten im Assistenten nutzen, ist ein Gateway mit MCP-Server der kürzeste Weg, anfangs nur lesend. Schreibrechte würde ich erst vergeben, wenn klar ist, welche Fragen das Team tatsächlich stellt.

Läuft DATEV im eigenen Netz, oder soll der Assistent DATEV zusammen mit anderen Programmen befragen, etwa Warenwirtschaft, CRM oder Dokumentenablage, lohnt ein eigener MCP-Server. Er bestimmt, welche Werkzeuge es gibt, ob nur gelesen wird und was protokolliert wird. Genau darum geht es in der Leistung Programme anbinden.

Für eine einzelne Auswertung genügt es, den Export hochzuladen, mit dem passenden Vertrag beim KI-Anbieter.

Für die Reisekosten seit Jahresbeginn heißt das: Die Technik ist lösbar. Das erste Gespräch gehört trotzdem der Kanzlei, denn sie entscheidet, welche Daten bereitstehen, wie oft archiviert wird und wer sie sehen darf.

Quellen23

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